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Die Containerbank

Februar 2, 2012

Letztens, als ich mal wieder einen Kurztripp in ein Land unternehmen wollte, dass sich dem Euro noch nicht unterworfen hat, unterlief mir der alle Jubeljahre selbe Fehler: Ich ging zur Bank.

Dort sah man sich außer Stande, auf der Stelle 100€ in die Währung des Nachbarlandes umzutauschen, und empfahl mich, so ich nicht 2 Tage warten wollte, zur Reisebank auf unserem schönen Hauptbahnhof, der ja seit einiger Zeit eher ein modernes Einkaufszentrum mit Gleisanschluss ist.

Dort hatte ich schon vor zwei Jahren die Reisebank gesucht. Im Keller, wohin sie ein paar Jahre zuvor gezogen war, fand ich sie nicht. Stattdessen in einem Container auf dem Querbahnsteig. Als ich die Damen fragte, ob ich nächstens damit rechnen dürfe, dass sie mit einem Bauchladen über die Bahnsteige wandeln, wurde mir lachend beschieden, das hier, also der Container, sei nur eine Übergangslösung.

Ich lenkte mein Rad also Richtung Hauptbahnhof, der schon seit längerem eher einem Einkaufszentrum mit Gleisanschluss ähnelt, und begann zu suchen. Neben dem auf die Hälfte seiner ursprünglichen Fläche reduziertem „Service Point“ mit seinen „Ticket Countern“ fand ich sie nicht. Auf dem den Schalterhallen abgeluchsten Flächen residiert stattdessen ein Burger King. Auch wichtig. Zumal sich zwei Etagen höher ja schon ein Mc Doof und ein Kentucky Chicken Dingsbums breit gemacht haben.

Ich suchte im Keller…

Immerhin gibt es auf dem Querbahnsteig eine Auskunft, die wahrscheinlich nicht mehr so heißt, aber der richtige sich dem nicht des Englischen mächtigen Bürger erschließende Namen fällt mir jetzt auch nicht mehr ein.

Die jedenfalls schickten mich…

… zum Container.

Da scheint sich die Übergangslösung doch recht gut bewährt zu haben in den vergangenen zwei Jahren. So gut, dass offensichtlich niemand mehr eine Notwendigkeit sieht, aus den Containern raus in ein Ladenlokal, und sei es im Keller, zu ziehen.

Wozu auch? So auf dem Querbahnsteig, da ist die Reisebank dort, wo sie am meisten gebraucht wird: Bei den Reisenden. Der sich nun nicht mehr durch irgendwelches kaufwütiges Volk drängeln muss, vielleicht sogar noch mit Gepäck!!!,  und dieses beim gemütlichen Shoppen mit seinem unsinnigen Anliegen gar noch behindert.

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One Comment leave one →
  1. Februar 2, 2012 2:36 pm

    … mit einem Bauchladen … 😀
    Ich finde es ja richtig gut, dass man den Reisenden die Pausen zwischen den Fahrten mit Beschäftigung verkürzen will, aber Einkaufsflächen, und immer noch mehr? Da entsteht in Leipzig in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes noch ein Einkaufszentrum. Und am Lindenauer Markt. Und …

    Gefällt mir

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