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Biathlon gibt es nur mit Mützen

Januar 12, 2012

Wenn ich aus dem Fenster schaue, starrt mich eine leuchtende Tanne an. So mit ganz vielen Lichterketten dran, die auch noch blinken. Das ist mir am Dienstag  schon auf der Zugfahrt aufgefallen, dass die Tschechen gern ihre Tanne im Vorgarten etwas auffällig schmücken und glitzern lassen. Ist nicht so, wie ich mir das in Amerika vorstelle, aber eben auffällig.

Die Dachlawinen, die letzte Nacht  im Viertelstundentakt runter gingen, machten ein furchtbares, Angst einflößendes Geräusch. Klingt nach Tauwetter. Hoffen wir mal, dass es nicht zu sehr taut und bis Sonntag der Schnee hält. Dann soll es hier ja -10 Grad geben, was mir auch ein bisschen Angst macht. Heute morgen jedenfalls liegt noch Schnee, auch wenn auf dem Parkplatz vor der Pension jetzt schon mal der Asphalt durch schimmert.

Ich habe Glück mit meiner gebuchten Reise. Zwar sind, wie Stephie ganz richtig kommentierte, auch hier genug Mützenträger im Stadion, aber es ist grad noch so auszuhalten. Die 60 Leute, die über  bzw. mit Biathlontravel hier sind, sind auf vier Pensionen und Hotels verteilt. Ich hab mich gleich mit einem Pärchen aus der Nähe von Mannheim zusammen getan. Sehr sympathisch und ohne Mützen. Zusammen mit Mike haben wir uns gestern vom Wirt ins Stadion fahren lassen. Es scheint wirklich keine andere Möglichkeit zu geben, da runter zu kommen. Da der Ort dann noch mal ein Stück weg ist, konnte ich auch nirgends eine Wanderkarte erstehen. Vielleicht lauf ich heute einfach mal auf Gut Glück ein Stückchen in den Wald.

Irgendwie muss ich ja das ganze Essen wieder ablaufen, sonst komme ich Montag rund und gemästet nach Hause.

Überhaupt Essen.

Ich war schon an einigen Orten zum Biathlon. Aber was die hier im Stadion an Catering auf die Beine gestellt haben, habe ich noch nirgends erlebt. Unter einer der Tribünen haben sich an die 40 lokale Fressbuden eingenistet, die allesamt einheimische Spezialitäten anbieten. Und jeder etwas anderes! Ich hätte fast vergessen, weswegen ich da war, weil die verführerischen Düfte  sofort so ein Hungergefühl in mir hervorgerufen haben. Und das alles zu Preisen, bei denen ich mir ernsthaft Gedanken mache, wie ich meine umgetauschten Kronen unters Volk bringen soll.

Es ist ein bisschen Schade, dass die Pension so weit ab vom Schuss ist. Da bleibt, wenn uns Martin wieder abgeholt hat, nur, aufs Abendbrot zu warten. Dabei müsste ich dringend noch mal zum Bahnhof und mich nach einer Verbindung nach Brno erkundigen. Gut, dringend ist relativ. Ich fahre ja erst Montag zurück.


Fotos

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11 Kommentare leave one →
  1. Brigitte permalink
    Januar 12, 2012 10:00 am

    Und wer ist eigentlich „Mike“?

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  2. Januar 12, 2012 11:30 am

    Und was ist so schlimm an Mützen? Beim Fußball trag ich auch eine Kopfbedeckung. Oder beim Wintersport, kann ja recht kalt sein dabei. Oder sind Mützenträger beim Biathlon ein eher merkwürdiger Menschenschlag? (Wobei ich keine Mützen mit schwarzrotgold tragen würde).
    Viel Spaß mit den Balkanspezialitäten, geht doch nix über ein anständiges Catering. 🙂

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    • Januar 12, 2012 11:49 pm

      Nun, die schwarz rot goldenen sind hier tatsächlich schwer in Mode. Und ansonsten: je dämlicher um so besser. Es ist wirklich unglaublich, was einem hier geboten wird. Rosa Schweine auf Mützen, Teddies auf Mützen, undefinierbares auf Mützen. Hier gehts nicht um wärmende Ohren, sondern darum (vermute ich mal) in die Kamera zu kommen

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  3. Januar 12, 2012 1:14 pm

    Hört sich ja nach einem rundum schönen Urlaub an!
    GLG in den Schnee!

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  4. Januar 12, 2012 9:49 pm

    Ich hatte schon immer das Gefühl, dass man dort unkomplizierter, hilfbereiter und netter ist als hier zu Lande. Ich wünsche dir noch schöne Tage im Urlaub und im Schnee.
    (Ist das dein Hut, da oben auf dem Bild?)

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    • Januar 12, 2012 11:51 pm

      Um Himmels Willen NEIN!!! Ich mach mich doch nicht zum Deppen! Das Bild soll nur ein Beispiel sein für Deutsche Biathlonhutmode

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  5. Stephie permalink
    Januar 12, 2012 10:37 pm

    Dann wünsche ich Dir schöne und spannenden Wettkämpfe. Viel Spaß noch! Und ach ja. Beim im Wald an der Strecke rumlaufen nicht Hose zerreißen oder hinfallen 🙂 (Vielleicht erinnerst Du Dich noch an meine Missgeschicke in Altenberg und Oberhof 🙂 )

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    • Januar 12, 2012 11:52 pm

      Ich denke immer an Dich, wenn ich in eine prekäre Situation komme 😉
      Im Übrigen fehlst Du mir hier

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  6. Januar 13, 2012 12:25 am

    Liebe Gertje, ich hoffe, Du hast Dich nicht im Wald verlaufen und findest statt dessen immer einen freundlichen Chaufeur! Hab Dich nämlich noch nicht gesehen auf der Publikumstribüne – bin ja auch mit dabei bei den Bewerben (per TV ;-))
    Ganz viel Spass Dir weiterhin und mögen die Temperaturen wieder anziehen! Herzlichen Gruss! Beatrice

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    • Januar 13, 2012 10:51 am

      Ich steh ja immer an der Strecke. Geh nur kurz auf die Tribüne. Gut, gestern war ich etwas länger dort. Aber nicht da, wo die Massen sind. Mehr da, wo die Athleten sind 😀 Und die Tschechen

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