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300 Dinge und 290 Tage

Januar 5, 2012

Das Jahr ist vergangen und es ist höchste Zeit, dass ich ein Resümee ziehe. Nicht über das ganze Jahr. Nicht über alles, was so passierte und nicht passierte. Es geht ausschließlich um mein Projekt „300 Dinge, die ich nicht brauche“

Ziemlich spontan hatte ich das am 1. Januar 2011 gestartet, nachdem mir das kleine Kind kurz vor Weihnachten davon erzählt hatte.

Ich startete so spontan, dass ich anfangs nicht mal einen Namen dafür hatte. „Geklaut“  hieß es zu erst, oder einfach „Projekt“.

Ziel war, mich täglich von etwas zu trennen, das ich nicht brauche. Deshalb erhielt es später den jetzigen Namen, nach meiner Schätzung, wie oft ich wohl zu Hause sein würde.

Nun ist es raus: Ich war genau 290 Tage zu Hause.

An 290 Tagen habe ich verschenkt, verkauft, gespendet, frei gelassen,  einfach weggeworfen oder zum Mitnehmen rausgestellt (das wurde allerdings auch immer als „entsorgt“ gekennzeichnet).

Als sich abzeichnete, dass ich nicht auf 300 Tage kommen würde, habe ich überlegt, 2012 bis zum Erreichen dieser Marke weiterzumachen. Oder vielleicht das ganze Projekt fortzusetzen, bis ich nichts mehr finde? Letzteres habe ich schnell verworfen. Ohne konkreten Termin wäre nicht der Druck da, die Ecken zu durchstöbern. Doch welchen Termin hätte ich mir setzen sollen? Noch mal ein ganzes Jahr. Das wäre wohl zu viel gewesen. 1 Quartal? 1 Monat?

Und einfach bis zur 300 weitermachen?

Nein.

Denn ich habe an den 290 Tagen mehr als 300 Dinge entsorgt, verschenkt, verkauft, gespendet, frei gelassen oder auf die Straße gestellt.

Ich habe mein Ziel erreicht. Obwohl es durchaus noch Dinge gibt, die weg können. Aktuell warten grad eine Hose, ein Paar Wanderschuhe und zwei Judoanzüge auf Weiterverwendung. Im Schrank hängen mindestens drei Teile, von denen ich weiß, dass ich sie nie  mehr tragen werden. Und dann gibt es da noch einen ganzen Stapel Jahreshefte diverser Radprofiteams…

Vielleicht habe ich im letzten Jahr,  als ich mich wirklich oft genug wunderte, was für einen Scheiß ich alles aufgehoben hatte, gelernt, mich schneller von unnützen Dingen zu trennen.

Vielleicht wiederhole ich die Aktion auch einfach irgendwann noch einmal. Dann, wenn ich das Gefühl habe, keinen Platz für nichts mehr zu haben.

Ich weiß ja jetzt, dass ich durchhalte. Und das war für mich, neben dem Effekt der Platzschaffung, das spannendste Moment. Und der größte Erfolg. Gelte ich doch als spontan und begeisterungsfähig mit gegen 0 gehender Ausdauer.

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11 Kommentare leave one →
  1. Januar 5, 2012 12:17 pm

    ich gratuliere dir! – Es ist schön, sich auf diese sportliche Weise zu ent-„lasten“ und dabei an Lebensqualität zu gewinnen…

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  2. Januar 5, 2012 12:59 pm

    Du hattest aber verdammt viel Ausdauer. Alle Achtung. Ich werde mal meine vielen Bücher aussortieren. Die Lieblinsbücher werde ich behalten, die Staubfänger kommen weg. Und dann gibt es noch einen Stapel genau dazwischen.

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    • Januar 5, 2012 1:21 pm

      ich drücke dir die Daumen: Goethe hatte 1 lebenslanges Ziel, nämlich die ihm 40 (vierzig) wichtigsten Bücher um sich zu haben und nur diese. Er strebte vergeblich danach.
      Hoffentlich wirst du erfolgreicher sein.

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  3. Engelhardt permalink
    Januar 5, 2012 1:23 pm

    Hallo Gertje
    das hast Du aber fein gemacht. Es wäre langsam Zeit dass ich auch damit anfange
    Gerda

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  4. Januar 5, 2012 5:49 pm

    Vielleicht sollte ich das auch mal versuchen. Angesichts stapelweise gesammelter Hefte, nicht mehr passender Klamotten und ähnlichem Gedöns aber unter dem Titel: 600 Dinge die ich nicht mehr brauche. Das ganze möglichst in 30 Tagen, damit es sich nicht so zieht. 🙂
    Bei Büchern lässt das meine Erziehung nicht zu, ich hab von meinen Eltern gelernt, dass man ausgelesene Bücher weder verschenkt noch wegwirft (letzteres leuchtet mir auch heute noch ein). Den Sinn dahinter hab ich allerdings nie verstanden, es gibt kaum ein Buch das ich zweimal gelesen habe. Kriegsgeneration halt, da musste man ja auch immer alles aufessen.

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    • Januar 5, 2012 6:34 pm

      600 Dinge in 30 Tagen…
      Da hätte ich vermutlich das Gefühl, ALLES zu entsorgen und würde mindestens die Hälfte einfach nur an einen anderen Platz räumen.
      Ganz davon abgesehen, dass ich ja für solche Großaktionen zu faul bin.
      Nö, nö. Das war schon so genau richtig für mich. Es wurde nie zu viel Arbeit und ich hatte auch nicht das Gefühl, mich selber auszurauben. 😉

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    • Januar 5, 2012 6:43 pm

      600 Dinge in 30 Tagen ist was für Zivilisationssurvivalabenteurer – andererseits klingt das natürlich auch danach, möglichst viel dennoch behalten zu wollen… 😉

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  5. Januar 6, 2012 1:45 am

    Auf den ersten Blick stehen hier 12 Ordner mit überflüssigen Zeitschriften, die ich aus irgendwelchen Gründen für unverzichtbar hielt, allein 6 Jahrgänge des Rolling Stone, die könnte ich natürlich einzeln zählen 🙂
    Braucht jemand eine 19″ Iiyama Röhre? War mal der beste Monitor seiner Klasse.
    Ach, ich würd schon 600 finden, ich müsste mich nur aufraffen.

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  6. Januar 7, 2012 7:43 pm

    Eine gute Idee und Glückwunsch, dass es auch so gut geklappt hat!

    Bei mir ist ist das immer so, dass ich einen Schrank habe, in dem sich der ganze Kruscht ansammelt. Und wenn ich mal nach Monaten dran gehe, den aufzuräumen, bildet sich der Kruschtplatz dann woanders. Aber irgendwann bin ich damit hoffentlich mal durch.

    Durch meine Klamotten gehe ich immerhin einmal im Jahr und sortiere aus für die Altkleidersammlung.

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  7. Januar 26, 2012 10:25 pm

    Hmm, das kriegt man ja Lust selbst auch ein bisschen auszusortieren. Ob ich es wagen sollte? An sich spricht es für sich, wenn Kartons seit Monaten unausgepackt rumstehen, oder?

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