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Ich.hasse.Ämter!

November 25, 2011

Heut war ich auf dem Amt. Auf dem Finanzamt.

Seit Anfang Oktober liegt dieser Brief da, der mir den Wechsel in eine andere Steuerklasse und den Verlust des Kindergeldes, Kinderfreibetrages und was weiß ich noch alles androht.

Ich hasse Ämter. Und Formulare! Trotzdem habe ich mich im Oktober sofort frohgemut an den Rechner gesetzt, die vorgeschriebene Seite aufgerufen, um das Formular runterzuladen.

Nur welches???

Zwei Tage habe ich gebraucht, um mich für zwei Möglichkeiten zu entscheiden.

Dann habe ich zuversichtlich die Nummer der Sachbearbeiterin gewählt.

Ich hab‘s auch in der Zentrale versucht.

Ungefähr zwei Wochen lang.

Aber im Finanzamt Leipzig geht niemand ans Telefon.

Nein.

Da muss man schon selber hin.

Noch mehr als Formblätter hasse ich Ämter. Sagte ich ja schon, nur nicht in der Reihenfolge.

Bis zum 30. November muss alles eingereicht sein. So gesehen war ich, für meine Verhältnisse, ganz schön früh, als ich heute zum Finanzamt radelte. Mit zwei halb ausgefüllten Formularen in der Tasche. Adresse des Kindspapas, Lohnbescheinigung, Schulbescheinigung, alles da!

Ich musste gar nicht so lange warten (nur 18 Leuts waren vor mir dran).

Frohgemut bin ich zum Schalter spaziert, habe mein fröhlichstes Gesicht aufgesetzt, sehr sehr freundlich Guten Tag gewünscht, mich höflich für meine Unfähigkeit entschuldigt, meine beiden halb ausgefüllten Formulare vorgelegt…

Und Bamm. Bamm. Bamm.

Was soll ich denn noch tun, um Beamte nicht zu verärgern?

Gar nicht erst vorsprechen?

Immer kleiner bin ich geworden, nachdem das richtige Formular ausgesucht und ich auf Anweisung hie und da ein Kreuzschen  oder eine Jahreszahl eingetragen habe.

Was ich nicht wusste, ist die Identifikationsnummer des Kindes.

Hä?

Die haben Sie zugeschickt gekriegt, herrscht mich die ob meiner Blödheit hinsichtlich Steuerformularen langsam aus der Fassung geratende Sachbearbeiterin im Publikumsverkehr hinter dem Schreibtisch an.

2008!

Aus Bonn!

Fahren Sie nach Hause und suchen Sie! Sonst gibt es eine andere Steuerklasse!

Und dann werfen Sie das Formular draußen in den Briefkasten! Da sind Sie dran vorbei gelaufen!

Ganz klein verlasse ich das Finanzamt.

Ob ich die Schulbescheinigung und die Lohnbescheinigung mit in den Briefkasten werfen soll, habe ich vergessen, zu fragen

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9 Kommentare leave one →
  1. Exilbayerin permalink
    November 25, 2011 7:14 pm

    Oje, Du Arme! Ich hasse Ämter auch, aber ausgerechnet beim Finanzamt in Halle/S. habe ich super Erfahrungen in punkto Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft gemacht. Bin mir auch sicher, dass ich das nicht geträumt hab 😉
    Die Bescheinigungen würde ich sicherheitshalber in Kopie mit abgeben. Lieber zuviel als zuwenig…
    Halte durch!

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  2. November 25, 2011 7:40 pm

    Ach – Ämter sind doch …

    Ämter sind doch …

    Ämter sind doch das, was ich abgrundtief hasse! Insbesondere FA und JC!

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  3. November 25, 2011 8:30 pm

    Haha, so mache ich das auch immer. Mit dem fröhlichsten Gesicht schreite ich zum Schalter, aber das wird dann länger und länger …
    Weißt du, die hätten auch mal in ihrem Rechner nachschauen können. Da ist sie drin, die Nummer. Aber das geht natürlich nicht.

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  4. November 26, 2011 2:04 pm

    Ämter und Formblätter mag ich auch nicht besonders, das ist einfach lästig, dieses Ausfüllen von in Beamtendeutsch verfassten Zettelsammlungen. Als ich mich um Bafög meines Sohnes kümmern wollte, hab ich nach 3 oder 4 Seiten im Internet aufgegeben, das versteht doch kein normaler Mensch, wenn man laufend zwischen Paragrafen und Absätzen hin und her springen muss, hindert das einfach den Lesefluss. Auf Seite 3 hatte ich schon vergessen, was auf den anderen Seiten stand.
    Auf Ämtern lege ich allerdings Wert auf eine anständige und freundliche Beratung, schließlich zahle ich seit 40 Jahren mit meinen Steuern auch deren Gehalt, und das lasse ich sie im Zweifelsfall dann auch wissen. War bisher nur einmal nötig, klappte aber gut 😀

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  5. November 26, 2011 4:55 pm

    Eine Kollegin aus der Verwaltung, bei der ich mich zum Thema ausheulte, erzählte mir, dass sie in einem früheren Leben mal auf so’nem Lehrgang war, wo ein Finanzbeamter dozierte. Da haben die wirklich als erstes eingetrichtert gekriegt, dass man grundsätzlich erst mal davon ausgehen müsse, dass jemand, der zum FA komme und Geld wolle, keinen Anspruch darauf habe!
    Das die Formulare extra für Normalmenschen unverständlich gestaltet sind, um möglichst viele schon im Vorfeld davon abzuhalten, etwas vom FA zu wollen, den Verdacht habe ich ja schon lange. Allein zu verstehen, wie das mit den Steuerklassen ist und wer wo reingehört – dafür muss man ja schon studiert haben.
    Aber ich erwarte wenigsten Höflichkeit. Wenn so’ne Tusse mit ihrem Hund zu einem Tierarzt kommt, erwartet sie doch auch nicht, dass der davon ausgeht, dass sie, die Hundehalterin weiß, was der Mops hat. Vielleicht sage ich das beim nächsten Mal. Irgendwann habe ich das schon mal auf einem Amt gemacht und wurde Zeuge einer erstaunlichen Wandlung.

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  6. November 27, 2011 9:12 pm

    WAS? Du weisst die Identifikationsnummer Deines Kindes nicht sogar auswendig? – Rabenmutter!! Aber gut geschieben hast’s!
    Das wäre doch auch was für die Zeitung!
    Hast Du sie denn jetzt endlich griffbereit – diese Identifikationsnummer? Und Deine eigene dazu!!

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    • November 27, 2011 11:46 pm

      Jaja, ich hab das ganze Wochenende gesucht und sortiert. Aber ich hab sie jetzt. Nur werde ich die ganz sicher nicht in den Briefkasten werfen! Ich schnappe mir mein fettes Buch, warte die 18 Leute vor mir ab und überreiche es der Dame persönlich. Und bedanke mich für ihr Entgegenkommen.

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  7. November 29, 2011 11:37 pm

    Was bin ich froh, daß die hier vor Ort so richtig nett und freundlich waren – ich hab sogar Steuern zurückgekriegt, obwohl ich gar keine bezahlt hatte (hier ist die Quellenbesteuerung nicht durchgängig üblich), und das hat der mir auch ganz freundlich erklärt. „Wie, Ihre Frau hat gar kein Einkommen gehabt vor der Eheschließung? Dann machen wir den ganzen Kram auch nicht mit den drei Steuererklärungen (eine pro Nase bis Eheschließung, dann eine gemeinsame für den Jahresrest), dann machen Sie eine gemeinsame, und fertig.“
    Schade, daß die nicht für euch zuständig sind, ist ja auch gefühlte 1000km weg.

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    • November 30, 2011 7:34 am

      Da kannst Du wirklich froh sein! Aber ich hatte gestern auch Glück. 1) waren früh 7:30 Uhr nur 3 Leute vor mir in der Warteschlange, 2) hatte ich eine nette Beamte erwischt. Die hat sich das Formular noch mal in Ruhe angesehen, den Unsinn, den die vom Donnerstag mich hat eintragen lassen, korrigiert und mir erklärt, warum ich das Formular überhaupt ausfüllen musste (da gabs nämlich Schwierigkeiten bei der Umstellung auf Elstam) und ob und was ich in den nächsten Jahre zu tun hätte. Nix nämlich… falls Elstam dann funktioniert.

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