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Herr Luther ist kein Amerikaner

Oktober 31, 2011

Heut ist also – Reformationstag.

Ja ich weiß, Halloween ist auch.

Als das losging mit Halloween, hätte ich den Kindern am liebsten gesagt: “Kommt zur Fastnacht wieder“. Denn das ist hier eigentlich der Tag, an dem Kinder bettelnd von Haus zu Haus gehen. Ist aber längst verdrängt von Halloween. Ist eben Amerikanisch. Das ist viel hipper als so’n oller Brauch.

Ich hab das natürlich nie zu den Kindern gesagt, dass sie im Februar wieder kommen sollen. So böse möchte ich zwar manchmal sein, kann es aber irgendwie nie. Die Kinder können ja auch nix dafür. Und heute habe ich sogar Süßigkeiten hier liegen. Damit ich nicht mit leeren Händen da stehe, wenn es klingelt.

Die Studenten der Veterinärmedizin sind vorbereitet

Nun gut. Reformationstag.

„Mit lauten Hammerschlägen nagelte Luther seine 95 Thesen  an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg“. So habe ich es in der Schule gelernt. Das soll am Tag vor Allerheiligen im Jahre 1517 passiert sein. Das ist natürlich eine Legende. Fakt ist aber, dass Luther mit seinen Thesen die Reformation einleitete. Schon Ende des Jahres 1517 sind Drucke seiner Thesen in Leipzig, Nürnberg und Basel im Umlauf.

1667, also quasi zur 150-Jahrfeier, legte der Sächsische Kurfürst Johann Georg II. den 31. Oktober als Datum für den Reformationstag fest. Außer in Berlin ist er heute in allen neuen Bundesländern, die ja allesamt eher evangelisch  sind, gesetzlicher Feiertag.

Ich fürchte aber, die Kinder, die heute Abend auch hier an der Tür klingeln werden, wissen mehr über Halloween als über den Reformationstag oder gar den rebellierenden Mönch.

Ist eben kein Amerikaner, der Herr Luther.

Und zur Feier des (Kirchen)tags gibt es Reformationsbrötchen

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5 Kommentare leave one →
  1. Oktober 31, 2011 12:58 pm

    Berlin … Ist eben kein neues Bundesland. Dort zeigt sich am deutlichsten, wie der eine mit dem anderen umging / umgeht.

    Hab letztens schonmal irgendwo gesagt: Als wir von der Sowjetunion lernend siegen lernen sollten, war das abgrundtief böse.

    Heute übernehmen wir jeden SchXXX vom Ami – und wohin hat es uns geführt?

    Samhain, Nos Calan gaef – das ist heute auch noch …

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    • Oktober 31, 2011 8:14 pm

      Ich dachte, Halloween ist auf Samhain und/oder Nos Calan gaef zurückzuführen?
      Das ist doch die Amerikanisierte Form eines Keltischen Festes, oder?Zumindest geht’s doch sowohl bei der Irischen bzw Schottischen als auch der Walisischen(?) Form um Geister. Oder?

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      • November 6, 2011 12:31 am

        Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es in den „alten Festen“ nicht nur die vier Sonnenfeste zu den Sonnenwenden und Tag-und-Nacht-Gleichen, sondern auch noch vier Feste ungefähr dazwischen. U.a. Samhain.
        Die frühe Kirche hat natürlich die Konkurrenz dieser Feste gespürt, und das wird einer der Gründe sein, warum wichtige Feste an Sonnenfesten liegen. Ostern hängt am jüdischen Kalender, aber Weihnachten nicht und Johannistag auch nicht, ebensowenig der Michaelistag nah an der Tag-und-Nachtgleiche des Herbstes. Im Februar ist Lichtmeß, im August Mariä Himmelfahrt, im November Allerheiligen. Und im Mai – aber auch das ist nicht wegen der heidnischen Feste, sondern aus dem Evangelium zu erklären – liegt Himmelfahrt und Pfingsten.

        Halloween ist vom Namen nach der Allerheiligen-Vorabend, so wie der Heiligabend der Vorabend zum Weihnachtsfest ist. Und es geht wohl um Geister, obwohl ich die weniger mit Allerheiligen als mit Allerseelen verbinden würde…

        is bin gar keine katolisse, signora… 😉

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  2. Oktober 31, 2011 11:53 pm

    Ursprünglich amerikanisch ist das nicht, aber was ist schon ursprünglich amerikanisch? Sind doch alles Zugereiste da, außer den Ureinwohnern. Folglich sind diese Bräuche alles europäische Reimporte.
    Den Kürbis find ich übrigens genial, richtig schön fieses Sägezahngrinsen. Und die Reformationsbrötchen sehen aus wie die Weihnachtskekse meiner ehemaligen Schwiegermutter, die waren auch sehr lecker (nur kleiner).

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