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Klarstellung

Oktober 28, 2011

Nur um das mal klar zu stellen!

Ich habe ein Planpatenkind in Ekuador

Ich spende regelmäßig für Menschen gegen Minen

Ich bin „Miteigner“  der Greenpeace Warrior II, will heißen, ich hab für das Boot gespendet

Nein ich versteck mich nicht hinter Geldspenden und beruhige mein Gewissen damit

Solange in Leipziger Gefängnissen Menschen widerrechtlich in Abschiebehaft saßen, habe ich mich dort engagiert, die Inhaftierten besucht, mich um deren Belange und Rechte gekümmert

Jedes Jahr im Herbst trommle ich die Freunde zusammen und dann putzen wir am 9. November „unseren“ Stolperstein

Im übrigen engagiere ich mich sporadisch für oder gegen Dinge, die mir auf den Nägeln brennen, organisiere Demos oder Vortragsreihen, schreibe Reden (und lasse sie andere halten; ich steh nicht so gern im Mittelpunkt), sitze am Infotelefon, oder gehe einfach mit.

Ich habe seit 10 Jahren kein Auto.

Meine Diplomarbeit habe ich über Biodynamische Landwirtschaft geschrieben und ich kaufe, nein, nicht im Bioladen ein, weil ich es für ökologisch fragwürdig halte, wenn da Biokartoffeln aus Spanien verkauft werden, sondern, so oft es geht, beim Bauern um die Ecke.

Ich würde gern persönlich den Tiger retten. Da ich aber beruflich stark in Deutschland eingebunden bin, spende ich dafür auch (und hoffe, ich kann mich später persönlich einbringen)

Ich habe mich jahrelang um Kinder und Jugendliche gekümmert (und ich meine jetzt nicht nur die eigenen)

Natürlich habe und mache  ich auch Fehler, und nicht zu wenige.

Und natürlich sieht man mir das nicht an. Weder das Gute, noch das Schlechte. Schließlich trage ich kein Schild vor mir her, auf dem alle meine Plus- und Minuspunkte notiert sind.

So ist es grundsätzlich erst Mal ok, wenn ich durch die Straßen gehe und von Volontären von Hilfsorganisationen jedweder Art angesprochen werde.

NUR!

Nur.

Wenn ich dann aufzähle, wofür ich spende und wo ich mich engagiere und dann immer entschuldigend hinzufüge, dass es so viele Dinge auf der Welt gibt, für die es zu spenden lohnt, dass aber jeder für sich entscheiden muss, wen er mit wie viel Geld monatlich oder jährlich unterstützen will und ich diese Auswahl nun mal leider schon getroffen habe und weder  Antonio schreiben möchte, dass er sich gefälligst einen neuen Paten suchen soll, noch den Leuten , die in Afrika wie die bekloppten das unselige Erbe idiotischer Bürger-und sonst was für Kriege zu beseitigen suchen, meine finanzielle Hilfe versagen will, ich auch nicht  von Greenpeace verlangen will, die von mir finanzierten Elektrokabel wieder aus ihrem Boot auszubauen und an meiner Unterstützung für das Überleben der schönsten Wildkatze der Welt sowieso nicht zu rütteln ist, WENN ich also all das aufgezählt habe  und ich dann immer noch gefragt werde, ob ich nicht auch für XY spenden will, 5€ im Monat täten doch keinem weh und wo ich doch schon soviel spende, DANN! Dann platzt mir wirklich der Kragen!

Und! Nur um das mal klar zu stellen. Die Namen aller Hilfsorganisationen mit so penetranten Volontären sind für immer und ewig auf meiner biologischen Festplatte gespeichert.

Und sollte ich mal Geld übrig haben, weil ich das Ausbuddeln der letzten Mine in Afrika erlebe, was so unwahrscheinlich ist wie dass es keine Kinder mehr geben sollte, für die man die Patenschaft übernehmen kann, oder weil, wovor Gott und meine Spende uns bewahren möge, es keine Tiger mehr geben sollte, für deren Erhaltung ich spenden könnte, dann kriegt IHR mein Geld nicht!!!

Und dafür, dass Hunde und Katzen in Spanien, Griechenland oder sonstwo aufgelesen und in unsere überfüllten Tierheime gesteckt werden, spende ich SOWIESO nicht!

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2 Kommentare leave one →
  1. Oktober 28, 2011 2:15 pm

    Danke! Im Grunde wollte ich genau das auch schon immer mal sagen!
    Gut – bei mir ist es nicht die Warrior II, sondern einfach Greenpeace; sind es nicht Menschen gegen Minen, sondern die Flüchtlingshilfe Iran; …

    Aber diese Diskussionen und das sich-rechtfertigen-müssen finde ich auch zum k…..!

    Gefällt mir

  2. Oktober 30, 2011 11:36 pm

    Respekt. Ganz ehrlich, ich bewundere solche Menschen und wünsche mir manchmal, ich wäre weniger egoistisch, würde weniger nachdenken, ob ich mir dauerhaft so etwas aufbürden will wie eine Patenschaft. Oder wenigstens eine Dauerüberweisung für Greenpeace, was man im Notfall eher wieder rückgängig machen könnte, falls es finanziell mal in eine andere Richtung gehen sollte. Dabei ging es mir nie wirklich schlecht, ich war nie arbeitslos, seit gefühlten 100 Jahren beim gleichen Laden und nicht wirklich von Arbeitslosigkeit bedroht.
    Aber nie den Schritt gewagt, mal so eine Patenschaft zu übernehmen, obwohl ich das für das ziemlich sinnvollste überhaupt halte, unter den ganzen Spendenmöglichkeiten. Da sieht man wenigstens den Erfolg, oder hört davon, auch wenn es ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, angesichts des vielen Elends auf diesem Planeten.
    Es ist nicht so, dass ich nie gespendet hätte, aber in den letzten Jahren hats drastisch abgenommen, auch ein „Erfolg“ der offensiv nervenden Geldeintreiber, egal ob Sammelbüchse oder öffentlich rechtlich, von der dubiosen Tierschutzorganisation bis zur „wir-haben-eine-aktuelle-Katastrophe-Fernsehshow“ gibt es alle 14 Tage etwas neues an der Sammelfront. Dafür wandert häufiger mal ne Münze in die Mütze der Punks, nach dem Heimspiel. Gut fürs Karma, egal ob sie sich dafür dann ein Bier holen oder wirklich für Hundefutter sammeln.

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