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Die Geldkassette

Oktober 11, 2011

Gestern, bei meiner Aufräumaktion, fand ich eine Kassette. Eine Musikkassette.

Auf der stand „Geld“

Wir waren beide verwundert und legten das Band, in Erwartung, irgendwelche längst vergessenen Codes oder Pins zu hören, in einen Gott sei Dank noch verfügbaren Kassettenrekorder. Doch leider enthielt die Aufnahme keine Beschreibung, die uns zu einem Goldschatz führen würde.

Stattdessen erklärte ein Frau Margrit Kennedy eine Methode , mit der man „die Möglichkeit, Geld mit Geld zu verdienen, aus dem Geld heraus nimmt“, wodurch die unglaubliche Ungerechtigkeit in der Umverteilung wegfallen würde. Ich gebe zu, ich hab es nicht ganz verstanden, beginnt die Aufnahme doch mitten im Satz, so dass ich die Methode  jetzt hier leider nicht wiedergeben kann. Im Großen und Ganzen geht es aber wohl darum, dass jene, die ohnehin schon große Mengen Geld ihr eigen nennen, diese nicht noch per Zins und Zinseszins ins Unermessliche steigern könnten. Mich deuchte, es geht um eine Utopie Gerechtigkeit.

Die Aufnahme muss so in etwa aus 1990 sein, denn da war noch von der DDR die Rede, die es ja bekanntermaßen später nicht mehr gab.

„Der Finanzmarkt, so wie er jetzt  funktioniert,“ erklärt die Dame weiter, „wird die ganzen Ostblockländer in eine Abhängigkeit stürzen, wie wir sie  jetzt schon in der 3. Welt haben.“ Und sie warnt uns: „Letztendlich zahlen Sie das, was wir ihnen jetzt vorschießen, nicht nur einmal zurück, sondern 4,5, 6fach  und zwar in wenigen Jahren.“  Und das , befürchtet sie, wird zu noch größeren sozialen Ungerechtigkeiten führen als in der Vergangenheit.

„Aus meiner Sicht heraus geht Ihr von einer Diktatur in die nächste hinein. Ihr geht aus der Diktatur einer kleinen Kaste von Funktionären in die Diktatur des Geldes.“

Interessant. Es gab damals also auch schon Menschen, die meinten, uns warnen zu müssen. So wie es Menschen gab, die meinten, uns sagen zu müssen, wie wir unser Leben zu gestalten hätten.

Ein Buch hat sie auch geschrieben, wie sie nebenbei erwähnt:  „Geld ohne Zinsen und Inflation“

Wer mag, kann sie ja guggeln.

Ich werde die Kassette doch entsorgen. Hab eh nur die Hälfte verstanden. Politische Ökonomie war nie meine Stärke und die später dagegen eingetauschte Betriebswirtschaft auch nicht. Vielleicht kauf ich mir ja irgendwann mal dieses Buch. Obwohl… wozu eigentlich?

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4 Kommentare leave one →
  1. Oktober 11, 2011 5:39 pm

    ich finde bei mir immer nur Cassetten mit irgendwelchen Love-Songs aus der Zeit als ich vielleicht so 16 oder so war……..

    Ich weiss gar nicht, ob ich mir die überhaupt noch zu Gemüte führen möchte……

    Gruss
    asty

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  2. Oktober 11, 2011 10:09 pm

    Ich finde bei mir auch nur Cassetten mit alten Rockpalastaufnahmen, wie alt ich dabei war verrate ich lieber nicht. Leider hat der Zahn der Zeit auch an den Cassetten genagt, sonst würde ich die heute wohl noch hören. Jedenfalls eher als Vorträge über politische Ökonomie.

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    • Oktober 11, 2011 10:28 pm

      Ich weiß auch nicht, was mich geritten hat, SOWAS aufzunehmen. Ich muss damals ganz schön schlimm drauf gewesen sein. Obwohl ich ja immer noch den leisen Verdacht hege, dass ich das gar nicht war, sondern dass mir jemand die Kassette untergeschmuggelt hat..

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