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Altweibersommer

Oktober 4, 2011

Wieder ein Mal werde ich für’s zeitige Aufstehen belohnt. Der Frühnebel bedeckt die Landschaft wie eine flauschige Wolldecke und als wir über die A17 auf Pirna zu fahren, passen sich die Hochhäuser, die sonst immer als landschaftsstörend empfunden werden, zum ersten Mal in das Bild der ersten großen Sandsteingipfel im Hintergrund ein. Für einen kurzen Moment überlege ich sogar, was das für drei Felstürme sind, die Ihre Köpfe aus der weißen Decke herausstrecken.

1 Stunde später standen wir an der großen Hunskirche. Die Freunde, die wir da treffen wollten, leider nicht. So blieb mir keine Wahl. Ich MUSSTE klettern.

Frank’s Frage nach meinem Level konnte ich nur vage beantworten. Im letzten Jahr hatte ich durchgehend Rücken und in diesem Jahr war ich erst einmal zum Kraxeln in der Sächsischen. Letzte Woche im Zittauer Gebirge hatte ich Knie und meine Kondition geht wahrscheinlich auch eher gegen 0.

Gut. Da fangen wir mal ganz gediegen an. Alter Weg. Sächsisch III. Das ist einfach, doch der Zug am Riss ist schon etwas schwierig. Dann stehe ich auf der „Terrasse“ und der restliche Weg zum Gipfel ist wieder leicht. Oben haben wir in alle Richtungen geniale Sicht. Das Wetter ist fantastisch und die um uns liegenden Gipfel leuchten in der Sonne. Ich weiß wieder, warum ich klettere und bin happy. Nix tut mir weh. Weder mein Rücken noch mein Knie. Hurra! Ich bin geheilt!

Die Suche nach dem nächsten „machbaren“ Weg wird allerdings schon schwierig. Irgendwie habe ich den Eindruck, der Fels verjüngt sich Richtung Fußende, wodurch alles leicht, aber wirklich nur leicht überhängend scheint.

Gehen wir erst mal zur Kleinen Hunskirche.

Da gibt es, natürlich, auch einen Alten Weg. Ohne Unterstützung eine Sächsisch IV. Unterstützung haben wir nicht. Der Überhang gleich am Einstieg regt etwas zum Nachdenken (über die Technik) an, dann geht es gemütlich zum Gipfel. Weil die Kleine höher als die Große Hunskirche ist, ist der Ausblick sogar noch gewaltiger. Weil sie sich aber nach unten hin noch mehr verjüngt als die Große, gibt es hier für mich nichts Kletterbares mehr.

Also zurück.

Die Südkante ist eine V mit zwei Sternchen, ermuntert mich Frank, und überhängend sei hier gar nix, außer natürlich das Dach vor der Terrasse.

Hm.

Naja, besser als der Dreifreundeweg sieht sie alle Mal aus.

Doch dann hab ich schon nach den ersten 2 Zügen dicke Arme. Von wegen nicht überhängend! Am Dach bin ich fix und fertig. Frank meint zwar, er könne ja ein bissl ziehen, aber nee, so will ich auf keinen Gipfel. Ich schaue über die Kante so herzerbarmend ich nur kann und erbettele mir den Rückzug. Meiner Bitte wird allerdings erst nachgegeben, als ich drohe, dass ich gleich zu weinen anfange.

Wieder unten zittern mir die Oberschenkel noch, als Frank endlich vom Gipfel (den er inzwischen frei gemacht hat) kommt.

Nö, hier gibt es heut nix mehr zu klettern. Ich könnte mich höchstens noch mit allerletzter Kraft in die Eisdiele in Pfaffendorf schleppen.

Der Rest des Wochenendes ist schnell erzählt.

Samstagabend trafen wir auf der Hütte  dann so ca. 44 Kletterkumpels samt Nachwuchs. Das heißt: es war ziemlich voll. So voll, dass einige im Auto schliefen und sogar ein Zelt aufgebaut wurde.

Das Wetter blieb bis einschließlich Montag schön, sonnig und warm.

Am Sonntag separierten wir uns noch einmal von den vielen kleinen Kindern und ihren Eltern, indem wir in einer Ecke kletterten, wo es nun wirklich keinen Nachwuchs gerechten Lagerplatz gibt. Dafür sahen wir in Rathen dann eine Menschenschlange an der Fähre, die reichte bis zum Kiosk. UNGLAUBLICH!!! Wir haben uns natürlich nicht angestellt.

Am Feiertag kletterten wir dann alle zusammen am Lilienstein bzw. dessen Wächter.

Eis gab es jeden Tag. Die Nächte waren wider Erwarten ruhig (die Kinder waren wohl viel zu kaputt gespielt, als dass eines  Lust hatte, das Matratzenlager zusammen zu weinen). Ich warte immer noch auf die Fotos von R., die uns auf dem Gipfel fotografiert hat.

Vielleicht war das ja das letzte der wenigen warmen Wochenenden in diesem Jahr, und dann auch noch ein verlängertes. Ich hab es optimal genutzt.

Kinderklettern am Lilienstein

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