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Biochemische Botenstoffe und ihre Nebenwirkungen

September 25, 2011

Es gibt so Dinge, die können einem das Leben ganz schön schwer machen.

Hormone z.B.

Mir ist natürlich klar, dass die wichtig sind. Ich lasse mich jetzt nicht zu einer Definition verleiten.

Nur, wie alles im Leben, tendieren auch sie zu beträchtlichen Nebenwirkungen, mit denen man sich nahezu sein ganzes Leben rumschlägt.

Das erste Mal bereiten sie einer glücklichen Kindheit ein jähes und schmerzhaftes Ende. Launengeplagt beobachtet der angehende Teenager, wie sich sein Körper in besorgniserregender Geschwindigkeit verändert und er fragt sich ängstlich, wohin das noch führen mag, ob die Pickel wirklich wieder verschwinden und als Mädel auch noch, ob mit dem einsetzenden Zyklus nun auch mit regelmäßigen Hormonschwankungen zu rechnen ist. Dazu noch der Stress mit den Eltern.

Dann, kaum dass man die Spätpubertät mehr oder weniger schadlos überstanden hat, wird frau schon schwanger. Früher, also hier im Osten, war das so, dass man mindestens den 1. Ableger während des Studiums  bekam. Und das Studium begann frau, ohne größere Selbstfindungsphase, gleich nach dem Abitur. Und wenn es auch so klingt, als sei davon nur die Frau betroffen, könnte ich mir vorstellen, dass die angehenden Väter auch unter den Schwangerschaftshormonen der zukünftigen Mutter ihrer im Werden und Wachsen begriffenen Brut leiden.

Und kaum ist die Geburt überstanden und hält man das schönste Kind der Welt erschöpft, aber glücklich, in den Armen, folgt der Babyblues, auch postpartales Stimmungstief genannt, dem in jedem 5. bis 10. Fall die sogenannte postpartale Depression folgt. Schuld sind auch hier, Sie ahnen es schon, die Hormone. Und wieder, vermute ich, leidet der Mann  mit.

Da, im gesunden Fall, nun nach 2-3 Jahren die nächste und dann vielleicht noch eine 3. Geburt erfolgt, hangelt sich die Frau von einer hormonellen Krise zur anderen. Und, kaum das sie glaubt, alles überstanden zu haben, stolpert der erste Ableger unvermittels in seine pubertäre Phase. Mit den Stimmungschwankungen anderer umzugehen, ist, so stellt die Frau nun fest, mindestens genau so schwierig, wie mit den eigenen hormonbedingten körperlichen und seeligen Veränderungen und Verwirrungen. Der Vater der Ableger kennt das ja schon von den überstandenen Schwangerschaften seiner Frau.

Und dann, kaum, dass der letzte Zögling die schlimmste Phase überstanden hat, vielleicht auch schon eher, Frauen gelten ja heute mit 30 als Junggebährende, da regt sich’s schon wieder im eigenen Körper.

Zuerst leidet die Figur. Dann fängt frau in den unpassensten Situationen an zu schwitzen, oder zu frieren. Sie sitzt oder steht als z.B. in einem Hörsaal und zieht sich alle fünf Minuten das Strickjäckchen aus. Oder wieder an. Zu Hause kuschelt sie sich unter die Mollidecke, während der Rest der Familie in Shorts oder T-Shirts um sie herum springt, und pellt sich in gefühlten Sekundenabständen schweißüberströmt wieder raus. Und nachts kommt sie wegen der ständigen Auf- und Zudeckerei kaum zu ihrem dringend benötigten Schlaf, was nun auch nicht grad der Schönheit dienlich ist und zusätzlich aufs Gemüt drückt.Wechseljahre nennt man das oder auch Klimakterium.

Und da hätte ich schon wieder eine Idee für eine Erfindung. Ich weiß ja, dass man sich in bestimmten Forschungseinrichtungen mit Regeneration beschäftigt. Da geht es um das Aus- und Einknipsen von Genen, um die Umerziehung von Zellen, alles im Dienste der menschlichen Gesundheit. Kann man da nicht auch was mit Hormonen machen? Sie ein bissl umerziehen, so dass sie ihre gewünschten Funktionen zwar  zur vollsten Zufriedenheit aller erfüllen, die bescheuerten Nebenwirkungen aber mal außen vor lassen? Und wenn dafür niemand Forschungsgelder hergeben will, könnte eine Stiftung die benötigten Mittel sicher aufbringen, oder? Also ich hätte dafür glatt einen oder zwei Euro übrig.

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5 Kommentare leave one →
  1. September 26, 2011 2:07 am

    Bei Männern nennt sich das nicht Klimakterium, sondern Midlife Crisis. Keine Ahnung, ob das auch hormonell bedingt ist oder einfach nur eine der geistigen Schwächen, die Männer halt so haben. Ist aber ähnlich bescheuert und beginnt häufig noch früher. In dieser Zeit bekommen Männer dann auch immer Schweißausbrüche. Jedes mal, wenn ihnen eine attraktive Frau begegnet, also auf der Straße etwa alle 5 Minuten. Ich helfe einem Freund gerade da durch.

    Und ja, an Schwangerschaftshormonen und Baby Blues hab ich ebenfalls gelitten, auch ohne auffällige Hormonwerte.

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    • September 26, 2011 7:37 am

      Midlife Crisis. Ich hatte das schon fast vermutet, wollte dieses böse Wort aber nicht benutzen. Die Männer in meinem größeren Dunstkreis finden, dass das ein böses Wort sei, also eigentlich ja zwei; und bezeichnen mich immer als garstig, wenn ich ihr nicht nachvollziehabres Verhalten auf die Midlife Crisis schiebe.

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      • September 26, 2011 1:20 pm

        Nein, die Midlife Crises hat Untersuchungen zufolge nichts mit Hormonen zu tun. Das Testosteron nimmt sicher aber stetig ab, beginnend mit 20 Jahren. Männer können mehrere durchmachen, die erste durchaus schon mit 30. Man könnte es auch als Lebens- oder Sinnkrise bezeichnen, und die haben wir Frauen doch genauso – ganz unabhängig von den Hormonen.

        Wirklich, empfindest du die Hormone als so negativ? Was die Wechseljahre betrifft, kann ich noch nicht ganz mitreden. Das ist sicher eine ungemütliche Phase.
        Ich empfand die Hormone eigentlich immer hilfreich – in den Schwangerschaften, unter der Geburt und auch danach.
        Vielle Effekte kann man durch die Einnahme der Pille negieren. Worunter ich nur leide – seit ich bewusst keine Pille mehr schlucke – ist PMS. Tage vor der Regel könnte ich in unschöner Regelmäßigkeit nur heulen…

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  2. September 26, 2011 2:22 pm

    Mich stören die Hormone auch wirklich erst seit diesen blöden Schweißausbrüchen.
    In der Pubertät hatte ich viel zu viel Stress mit meinen Eltern, um auch noch darauf zu achten – oder ich habs verdrängt.
    Meine beiden Schwangerschaften waren etwas anstrengend, aber durch die Vorfreude auf das zu erwartende Ergebniss erträglich.
    Postpartale Stimmungstiefs oder gar Depris sind mir erspart geblieben.
    Ich hätte jetzt auch nichts gegens Schwitzen, wenn es mich zum Beispiel überkäme, wenn ich frierend auf den Bus warte. Aber da schwitze ich nie! Und frieren bei 30°C im Schatten ist auch irgendwie merkwürdig.

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