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Der Jo-Jo-Effekt

September 23, 2011

Urlauben in UK ist nicht nur wegen der Landschaft schön, den Castles, Gärten oder Steinkreisen. Es möbelt auch ganz schön das Selbstbewusstsein auf. Das ist mir nicht erst diesen Sommer aufgefallen.

  1. Die Briten sind so höflich, dass sie frau immer dafür loben, dass sie so gut Englisch spricht, egal wie schlecht sie in Wirklichkeit ist und wie oft sie um Wiederholung des Gesagten bitten muss.
  2. Egal wie schlecht der Sommer in Sachsen war, ich bin immer brauner als die Briten.
  3. Frau ist immer schlank! IMMER! Selbst wenn ich neben einem Hungerhaken stehe, sind immer genug wohlgenährte Britinnen zugegen, so dass ich doch wieder in die Kategorie schlank falle.
  4.  Punkt 3 wirkt sich auch positiv aufs Shoppen auf. Während ich in Deutschland immer hoffe, dass das begehrte Kleidungsstück in Größe 40 auch tatsächlich Größe 40 entspricht und ich mich auf Märkten schon kaum noch traue, die meist in Bali hergestellten Oberteile Größe L anzuprobieren (die haben in Bali eine ganz andere L), kann ich in UK fröhlich und unbesorgt in jeden Fummelladen rennen. In meiner Größe ist immer was dabei! Frau muss da allerdings auch vorsichtig sein und darf sich nicht von den sie umgebenden Britinnen verleiten lassen. Sonst kauft sie was, was auf der Insel zwar gut kommt, zu Hause aber bestenfalls unter die Kategorie peinlich fällt.
  5. Wenn ich dann nach Hause komme, habe ich tatsächlich abgenommen! Und zwar immer und exakt 1kg pro Woche.

Man könnte ja meinen, das liegt an der Aufregung, der man im Urlaub so ausgesetzt ist, dem unregelmäßigen Essen oder dem erhöhten Bewegungspensum. Glaube ich aber nicht,  denn in anderen Ländern, also z.B. in Italien oder der Schweiz, oder gar Frankreich passiert mir das  nie. Kann also  nur am Essen liegen, das ja auch verantwortlich dafür zeichnet, dass ich schon bei der Einreise schlanker als die Durchschnittsbritin bin. Ja, und ich, so sehr ich die Insel liebe und ihre Bewohner mag und bei denen ich mich auch entschuldigen möchte, irgendwie nicht so Recht mit der heimischen Küche klar komme. Also das Frühstück mit Black Pudding und Schinken und Eiern, das ist schon ok, allerdings bitte nicht täglich. Ich habe auch schon Fish & Chips probiert und Fleisch. Ich bin ja immer offen für Neues. Doch nun  wehrt sich mein Magen dagegen. Ich habe auch Wurst gekostet und dicke Bohnen. Aber im Grunde ist alles zu fett.

So ernähre ich mich meistens von Brot und Käse,  Carot Cake, in Städten darf‘s auch mal ein Sandwich sein und Supermärkte durchforste ich nach Obst. Und Schokolade.

Kein Wunder also, dass trotz des Süßkrams die Pfunde purzeln.

Leider dauert es zu Hause dann nicht lange, und die in Britannien verlorenen Pfunde finden sich wieder ein. Daran ist vermutlich der heimatliche Heißhunger Schuld, der mich grundsätzlich befällt. Zurück auf festem Land muss ich alles leckere, dass greifbar ist, in mich hineinstopfen. Bis ich dann wieder reuevoll auf der Waage stehe und meinem Urlaubsgewicht nachtrauere.

Und dann verstehe ich endlich diejenigen meiner Arbeitskolleginnen, die immer diesen Jo-Jo-Effekt beklagen.

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5 Kommentare leave one →
  1. September 23, 2011 10:17 am

    Ab auf die Insel – das bräuchte ich auch mal wieder. Wir haben wunderschöne Urlaube in UK verbracht und es ist mir nach wie vor das liebste Urlaubsland…
    Frau Müller.

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  2. September 23, 2011 8:13 pm

    Das klingt nach einem guten Diätplan.

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  3. September 26, 2011 2:20 am

    Theoretisch klingt das nach einem guten Diätplan, aber ich bin sicher, ich würde auch in England genug Kalorien auftreiben.
    Shortbread, Scones mit Clotted Cream (hab ich noch nie gegessen) und allein schon die englischen Toffees….
    Für Gewichtszunahme brauche ich kein Mittagessen *g*

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    • September 26, 2011 7:45 am

      Der auch mir völlig schleierhafte Vorteil meines Stoffwechsels ist, dass ich Süßes ohne Ende und sichtbare Konsequenzen in mich hineinstopfen kann. Bei jeglicher Form von Fleisch bzw. Wurst aber, dass muss dann nicht mal fett’sch sein, und bei fritiierten Kartoffeln sowieso jede Waage zu Höchstleistungen ansporne. Da ich aber ganz gern Fleisch esse, jedenfalls so zwei mal die Woche, befinde ich mich normalerweise in einer prekären Situation.
      In UK dagegen, naja, siehe oben. Da habe ich natürlich auch immer was Süßes im Rucksack. Am liebsten Fudge oder Scottish Butter Table (das ist keine Butter zum auf’s Brot schmieren)

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