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Inselhopping Act 3: Festivalfieber

September 21, 2011

Die Rückfahrt nach Edinburgh klappt viel besser und mit Hilfe einer älteren Lady, die ich im Bus frage, wo ich aussteigen muss und die dann mitfährt bis zur Haltestelle am Gartencenter, nicht ohne mir vorher ihr Haus gezeigt zu haben, das ungefähr 6 Haltestellen eher kommt, und mich zudem auch noch fast bis zum Zeltplatz begleitet, wobei sie mir immer wieder einschärft, ja vorsichtig zu sein und nachts nicht allein durch Edinburgh zu laufen, bin ich am frühen Nachmittag in Mortonhall, baue mein Zelt auf und mach mich wieder zurück in die Stadt.

Fringe Festival!!!

Das bedeutet  Tausende von streetartacts mit Hunderten beteiligten Straßenkünstlern aus der ganzen Welt vornehmlich in der Old Town (High Street, die zu dem Zweck sogar für den Autoverkehr gesperrt wird) und vor der National Gallery im Princes Street Gardens. Theater,  Kabarett, Musik, Varieté.. alles, was man sich nur vorstellen kann.

Ich schnipse erst mal zu einem Markt und stärke mich mit Italienischen und Französischen Köstlichkeiten. Als ein Entfesselungskünstler vor der Nationalgallery dann fragt, ob Germans in der  audience sind, halte ich die Klappe. Ich will die Witze über uns ja auch hören… 1 Stunde später wackle ich hoch zur High Street und kann mich gar nicht so recht entscheiden, wo ich zuschauen möchte. Zu großes Angebot . Zum Glück erlösen mich meine Freunde mit der Ankunft in Edinburgh und ich trullere im Bus zurück nach Mortonhall.

Das Wetter ist irgendwie schlechter als vor einer Woche. Es regnet zwar nicht, aber so richtig warm wird’s auch nicht. Ich bin ja zum 5. Mal hier und zeige meinen Kletterkumpels am Samstag die Stadt. Dann, als wir auf dem Calton Hill sind, kommt doch noch die Sonne raus und wir haben einen herrlichen Blick über die Stadt, zu Arthur’s Seat und natürlich über den Five.

Andreas und Marion sind konsequente Selbstversorger (ich tendiere in Städten ja eher dazu, mir die heimische Küche anzutun), also fahren wir zurück und kochen. Als wir dann essen, fängt es an zu regnen. Es regnet immer stärker. Ich würde ja jetzt lieber im Zelt… Aber meins ist nun wirklich nur zum Schlafen geeignet und meine Freunde finden, dass das mit dem Regen noch auszuhalten ist…

Da alle Versuche, die Klamotten mit dem Föhn im Waschraum zu trocknen, scheitern, breite ich mich im Bus aus. Oder besser meine Jacken. Zum Glück braucht’s ja 40-50 min bis zur Princess Street.

Ich hole Kerstin am Busbahnhof ab, erläutere ihr kurz ein paar Möglichkeiten, sich die nächsten Stunden die Zeit zu vertreiben und dann muss ich schon zum Castle. Wir anderen drei haben ja Karten fürs Military Tattoo.

Ja, leider wurde das Programm geändert. Es gibt jetzt nicht mehr nur Dudelsackkapellen, sondern viel andere Militärmusik. Sogar ein Bayrischer Haufen ist dabei, der aber so wunderbar alle vermeintlichen Deutschen Tugenden auf die Schippe und sich selbst auch nicht zu ernst nimmt, dass er mächtig Eindruck hinterlässt und für viel Spaß sorgt. Hätte ich jetzt ein kleines Deutsche Fähnchen, würde ich sogar stolz damit winken. Wäre allerdings schwierig, weil ich hab alles an, was übereinander passt und mich zusätzlich in mein knallgelbes Regencape (Souvenir der Tour de France) gehüllt. Zwar ist es nicht mehr nass, aber windig. Und so ein Regencape hält Wind hervorragend ab.

In der Nacht stürmt und regnet es und ich habe – völlig unbegründet-  ein bisschen Angst um mein klitzekleines Zelt.

Am Sonntag macht Marion die Geistertour mit.  Wir anderen gehen derweil in einen Pub. Ich glaube ja, Andreas ist richtig froh, dass Kerstin und ich da sind, weil ohne uns käme er nur in ein Café. So was gibt es aber hier gar nicht (sieht man mal von den üblichen Ketten ab) Im Maggie Dickson trinkt man aber nicht nur Guiness und ißt leckere Burger, man lernt auch was. Nämlich über die Geschichte der  Half Hangit Maggie, und das durchaus auf eine Weise, die auch Einblicke in die damaligen Lebensumstände und Gepflogenheiten bietet. Wer lesen will: http://www.the-grassmarket.com/history/maggie-dickson.html

Ich wollte schon immer nach Cramond Island, einer Insel vor Edinburgh, die nur bei Ebbe zu erreichen ist. Nachdem ich mich also über die Gezeiten kundig gemacht habe, fahren wir am späten Nachmittag und bei äußerst schlechtem Wetter dahin. So bleibt uns der Charme des Fischerortes Cramond und der Insel verborgen. Bei solchem Wetter, das steht ja schon in jedem Schottlandreiseführer, soll man sich in einem Pub aufwärmen. Wir suchen uns einen in der Rose Street.

Am Montag fahren Andreas und Marion ein Castle besuchen, was Kerstin und mir ermöglicht a) auszuschlafen und b) gegen 11:00 in einem Pub zu frühstücken. Kerstin hatte noch nie ein Full Scottish Breakfast… na da wird’s ja Zeit.

Das schlechte Wetter ist dann ein guter Grund, immer mal wieder da und dort einzukehren. Wir machen aber auch Kultur. National Museum, dass allerdings gerade schließt und St. Gilles Kathedrale. Dann treffen wir uns mit den anderen beiden zur Tour in Edinburghs Untergrund. Mary Kings Close. Seltsamerweise gar nicht so bekannt bei Touristen, aber ein unbedingtes Muss! Für nicht so Englisch Begabte gibt es einen Audioguide, da kriegt man zumindest die Historie mit.

Wenn man sich so gegruselt hat – oder auch nicht –  sollte man sich einen Whisky gönnen. Pubs gibt es ja genug und Marion hat die Suche nach Cafés längst aufgegeben. Und morgen steht uns allen ein langer Tag bevor, die einen müssen zurück nach Sachsen, die andere nach Oxford unf ich, ja ich mache mich Bereit für den Sprung auf die nächste Insel.

Inselhopping 2011: Edinburgh/ Scottland
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