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Inselhopping Act 1: Pläne und was davon übrig bleibt

September 17, 2011

Wann mir die Idee mit den Hebriden kam, weiß ich nicht mehr.
Nachdem ich aber Mc Callum’s Road gelesen hatte, stand fest, dass Raasay dabei sein müsste.
Ich wollte ja auf die Äußeren Hebriden, hab mich belesen und kundig gemacht, Fährpläne studiert und Übernachtungsmöglichkeiten erwogen…
Dann, ich hatte die Flüge schon gebucht und den Urlaub beantragt, ergatterte Marion Karten fürs Military Tattoo in Edinburgh. Da wollte ich ja nun auch schon immer mal hin.
Marion hatte Karten für den 27. August.
Das hieß im Klartext, ich hätte 5 Tage für eine Insel, dann müsste ich zurück aufs Mainland, dann hätte ich noch mal 10 für ein paar andere Inseln.
Unmöglich zu machen.
14 Tage vor Antritt der Reise disponierte ich also komplett um. Als ich dann am 20. August in den Flieger stieg, wusste ich, dass ich nach Arran, sowie auf die Inneren Hebriden –Inseln Raasay, Eigg und Muck wollte. Einen genauen Plan hatte ich allerdings nur für Arran.
23:30 Uhr landete ich in Edinburgh und schaffte es tatsächlich, 1:30 Uhr an der Bushaltestelle zu stehen. D.h. fast. Wegen einer Baustelle war die Haltestelle verlegt, ich hatte aber einen älteren Herren gefragt und war guter Dinge. Man lernt sehr viele Menschen kennen, wenn man in einer warmen Sommernacht in der schottischen Hauptstadt rumsitzt und auf den Bus nach Glasgow wartet. Noch mehr lernt man kennen, wenn der Bus nicht kommt und man noch 90 min länger sitzen darf. Dann, so kurz nach 3, rannte ich mit den anderen um die Ecke. Ich hatte Glück und fand noch als eine der letzten einen Platz im Bus, während das Mädchen, das, in der Schlange stehend, den Kopf auf meinen Rucksack gelegt, schon ein bisschen am Einschlafen war, mit vielen anderen jungen, mehr oder weniger betrunkenen Menschen zurück blieb.
70 min später waren wir in Glasgow, Buchanen Bus Station. Alles stob auseinander, auch mein Englischer Nachbar, der mich unterwegs mit seinem typisch Britischen Humor unterhalten hatte. Nur ich blieb zurück. Ein Bus fuhr zum Glasgow Airport. Ich brauchte aber den zum Prestwick Airport. (Ich hab erst knapp drei Wochen später mitgekriegt, dass das dasselbe ist).
4:20 allein auf dem Glasgower, geschlossenen, Busbahnhof beschloss ich, auf dem Hauptbahnhof zu überleben und trollte mich zum Central. Unterwegs machte ich schon einige Bekanntschaften mit betrunkenen Herren.
Der Central hatte geschlossen. Als ich mich unter das Dach eines Bushaltestellenhäuschens verzogen hatte, um dem einsetzenden Regen zu entkommen, hielt ein Taxifahrer und meinte, ich solle lieber in ein Hostel gehen, hier sei es zu gefährlich. Ich hatte keine Ahnung, wo das nächste Hostel ist und eigentlich auch keine Lust und fragte den Taxifahrer stattdessen, wann denn dieser Bahnhof öffne. 6:00 Uhr meinte er, aber, nuja, am Sonntag könnte es auch später werden.
Ich schloss noch ein paar Herrenbekanntschaften, lief noch mal zum Busbahnhof und wieder zurück und war froh, als die Sonne die Nacht schlafen schickte.
Ein Bus fuhr erst gegen 9:30 Uhr. Ich fragte den Fahrer, ob er zum Ferry Terminal führe. Tat er nicht. Ich sollte aber einfach sitzen bleiben, er würde mich nach der Endhaltestelle so nah wie möglich ran bringen.
So schuckelte ich im Halbschlaf nach Ardrossan, der Hafenstadt in North Ayrshire. Natürlich verstand ich kein Wort, als sich der Busfahrer mit einem Einheimischen unterhielt und natürlich verpasste ich die Fähre. Immerhin konnte ich sie noch davon fahren sehen… Nuja, auf die 1-2 Stunden, die ich hier noch warten musste, kam es irgendwie auch nicht mehr an.
Arran empfängt mich mit Sommer, Ebbe, Steinen im Atlantik , Schiffsfracks, weißen Häusern und Palmen. Das macht alle Unbill der vergangene Stunden vergessen. Im kleinen Örtchen Brodick mit Fährhafen hole ich mir noch einen Guide für den Arran Coastal Way. Die Sonne hört nicht auf zu scheinen, es ist warm und nach dem Desaster der letzten Nacht bin ich total happy. Ich laufe die 2 Meilen zum Zeltplatz. Der liegt idyllisch im Glen Rosa, Blick zum Goatfell. Mein kleines neues Backpacker Zelt ist wirklich winzig. Und doch passen ich, mein Schlafsack, meine Isomatte UND mein Rucksack hinein. Ich würde gern noch eine kleine Wanderung machen, kehre aber nach 500 m um. Ich bin fertig. Fix und fertig. Krieche sozusagen auf dem Zahnfleisch.
Nein, denke ich beim Einschlafen, morgen kann ich noch nicht loswandern. Ich brauche einen Ruhetag. Ich muss ausschlafen… Es ist 18:00 Uhr und ich bin seit 34 Stunden auf den Beinen…

Inselhopping 2011 – Isle of Arran/ Scotland
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