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Was ist ein Notfall? #2

Juli 28, 2011

Heut wird es also entlassen, das Kind. Aus dem Krankenhaus… in Pamplona.
Sie wird eine ganze Menge zu berichten haben, wenn sie irgendwann nächste Woche wieder nach Hause kommt. Z.B. von der Amerikanerin, die sie in der Pilgerherberge fragte, ob der Blinddarm links oder rechts liegt und die daraufhin losrannte und sich um einen Arzt kümmerte. Oder von den Spaniern, die ihr, nachdem sie sich während ihrer Wanderung nach Pamplona auch noch einen Fuß wund gelaufen hatte, Schuhe borgten, damit sie sich auf dem Weg zum Arzt nicht auch noch mit Schmerzen jenseits des Bauches rumplagen mußte. Von den Amerikanern, die ihr den Rucksack ins Krankenhaus brachten, als sie zwecks anstehende OP dort behalten wurde. Und davon, dass in so einem Pilgerkrankenhaus in Spanien auch ein Bett für eine Begeleitperson pro Patient im Krankenzimmer zur Verfügung steht.
Ich hab derweil viel mit der Versicherung telefoniert. Kostenübernahme. Rücktransport. Das alles galt es zu klären. Nun, ich konnte ihnen Adresse und Kontaktdaten des Krankenhauses aus am Sonntag erwähnten Gründen (lesen Sie hier) erst am Montag mitteilen. Dann rief mich ein Herr von der Medizinischen Abteilung an, um mich darüber aufzuklären, dass er unter angegebener Nummer niemanden erreiche und Spanien eben nicht Europa sei. Seltsamerweise rief er dann das Kind auf dem Zimmer an. Woher er ihre Durchwahl hatte, (die ja nicht mal ich kannte, so wie übrigens auch nicht die Nummer ihres Krankenzimmers) ohne jemanden erreicht zu haben, wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben. Jedenfalls hatte dann der Chirurg, der das Kind operiert hatte, am Dienstag frei. Warum auch nicht, hatte er doch offensichtlich am Sonntag gearbeitet. Die Versicherung nun wollte ausschließlich mit ihm reden. Am Mittwoch war er dann da und konnte darüber Auskunft geben, dass das Kind am Donnerstag entlassen werden könne. Ich weiß nicht, ob er darauf hinwies, dass sie natürlich noch nichts Schweres tragen dürfe. Ich wette aber, dass der Herr vom Medizinischen Dienst sich nach solchen Konditionen nicht erkundigt hatte. Er leitete die Auskunft an die Abteilung Transport weiter. Als die sich drei Stunden später noch nicht gemeldet hatte, fragte ich mal nach. Nun ja, also, da das Kind ja entlassen wird, ist die Versicherung nicht mehr zuständig. Obwohl ich für den medizinisch notwendigen Rücktransport ja bezahle. Aber nein, der ist ja nicht gegeben. Vielmehr plane das Kind, ihren Urlaub abzubrechen und vorzeitig die Rückfahrt anzutreten!
Hä?
Der Herr von der Abteilung Transport riet mir noch, dass das Kind sich doch ein Hotelzimmer nehmen solle, um sich noch so ca. 5 Tage zu erholen und dann erst den Urlaub abbrechen solle.
Hä?
Nun nützt ja alles Aufregen nicht. Da muss man in die Gänge kommen.
Ich hab erst mal einen Flug rausgesucht. Aber fliegen will das Kind nicht.
Also habe ich drei Stunden lang Fahrpläne gewälzt. Erst hatte ich ja die Bahn angerufen, weil ich irrigerweise glaubte, da hätte ich schneller eine Verbindung. Doch nachdem ich mich auf der Homepage der Bahn mehrmals verirrt und falsche Nummern gewählt, ich mich dann endlich durch dieses automatische Wählsystem gewuselt hatte, erhielt ich Kontakt zu einer äußerst kompetenten Beraterin (die, die für Behinderte zuständig ist, hatte mich vorher erzürnt abgewiesen nach dem Motto Don’t waste my time. Tschuldigung auch), die mir exakt zwei Verbindungen nennen konnte. Und Hilfe auf den Bahnhöfen? Wie jetzt. Das kann SIE doch nicht regeln. Da muss das Kind im Zug fragen. Tschuldigung auch. Ich dachte, so was kann man evtl. vorbestellen.
Als dann die Freundin auf dem Weg zum Bahnhof war, um die nötigen Reservierungen vorzunehmen, stellte sich heraus, dass das Kind erst 12:00 Uhr entlassen  und somit den Zug 9:33 Uhr keinesfalls erreichen wird. Leider konnten wir die Freundin nicht vom Fahrkartenkauf abhalten. Sie hat ihr Handy immer noch aus!
Ich hab dann also einen neuen Zug rausgesucht. Die Tickets kauft das Kind lieber erst heute. Zweimal muss sie umsteigen, eh sie in Barcelona ist. Auf dem ersten Teilstück ist die Freundin noch dabei. Da kann sie ihr beim ersten Umstieg noch helfen. In Barcelona hab ich dem Kind ein Bett gebucht. Morgen kommt dann die Freundin nach. Der hab ich auch ein Bett gebucht. Am Sonntag abend soll es dann weitergehen. Über Bern und Fulda. Falls das Kind für diese Verbindung noch ein Ticket kriegt.

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