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A Day in Brighton und die Britische Wintermode

Dezember 4, 2010

Eintrag vom 22.11.2010

Nach einem formidablen Dinner gestern Abend bei Monica und Migel, zu dem ich eine Stunde mit dem Bus auf die andere Seite von Brighton gefahren bin, bin ich heute morgen vom Gekreisch der Möwen geweckt worden.

Gefrühstückt hätte ich gern im Wetherspoon, in Wood Green London war’s da sehr lecker, aber ich hab den Eingang nicht gefunden. Also hab ich mich ins Costa verzogen, auch in der George Street, schräg gegenüber.

Dann bin ich am Strand bis Brighton Pier gelaufen (ich wohne in Hove). Naja, was man Strand nennt. Ein asphaltierter Fußweg, einerseits gesäumt von diesen bunten Strandhäuschen, die man so in Brighton erwartet, andererseits von den Kieselsteinen, die den Strand darstellen. Trotzdem war es ein schöner, erholsamer Spaziergang. Um diese Jahreszeit ist es hier fast leer. Nur ein paar Jogger und Hundebesitzer begegnen mir.

Kurz nach Brighton Pier bin ich in den Bus nach Eastborne gehüpft. Für 3,70 Pfund kann man hier den ganzen Tag Bus hin und her fahren, das ist schon wesentlich günstiger als London. Und weil ja jede Station angezeigt wird und ich den Plan der netten alten Ladies aus Portslade hatte, habe ich mich tapfer nach oben gesetzt. Wegen der Sicht. Die roten Doppeldecker fahren nämlich nicht nur in London und Edinburgh. Nein! Hier fahren die auch.

In Peacehaven bin ich schon mal raus um die Klippen zu bewundern. Hab aber auf den Spaziergang verzichtet, weil wenn der Reiseführer so die Klippen von Seaford hervorhebt, müssen die ja besonders sein. Und das sind sie auch. Fast schöner fand ich aber auch hier die bunten Strandhäuschen. Und in Seaford war es so, wie ich mir Brighton vorgestellt hatte: lauter alte Herrschaften, ab und zu eine Familie mit kleinen Kindern.

Aber, wie ich gestern von Moni und Migel erfahren habe, Brighton ist nämlich gar nicht so. Brighton ist die Hauptstadt der Gays. Es gibt hier sogar ne Gayparade. Also, das hätte ich nicht erwartet. Die Stadt sieht auch nicht flippig aus, sondern eher bieder bis mondän. Auf der Rückfahrt bin ich nämlich am Old Steine raus und habe mir diesen Indischen Palast nebst Garten angeschaut.

Mit den Gärten haben’s die Briten ja. Wenn sie nur halb soviel Sorgfalt und Geschmack beim Essen an den Tag legen würden. Aber diesbezüglich haben sie echt nichts drauf. Wie meinte Moni gestern? Jeder ist darauf bedacht, dass ihm sein Essen schmeckt. Er würzt es, verwendet Kräuter… Die Britten zählt nur die Menge der zu konsumierenden Nahrungsmittel. Fett scheint die einzige Würze zu sein, die sie kennen. Das macht aber, wie man allerorts sehen kann, nicht nur fett, es härtet offensichtlich auch ab.

Schon am Donnerstag, als ich in London ankam, sind mir vornehmlich jüngere Männer in Shorts aufgefallen. Da es in der U-Bahn war, dachte ich, ok, hier unten ist es doch recht warm. Vielleicht haben sie die langen Hosen im Rucksack. Oder sie wohnen hier, in der U-Bahn. Und sie arbeiten auch hier, in der U-Bahn. Wenn man nicht rauf in die Kälte muss, gut, dann sind Shorts angebracht. Oder aber es gibt auf jeder U-Bahnstation Herrenumkleiden, wo sich besagte vor Verlassen des Untergrundes kleidungstechnisch wieder den Klimatischen Bedingungen anpassen können. Freitag hab ich jedoch wieder welche gesehen, oberhalb der U-Bahn, also draußen, im Freien, auf der Straße. Melanie meinte, das sei vielleicht wegen des Children Charity Tages… was ich nicht ganz verstehe. Am Samstag dann sogar der nackte Mann in Soho. Und heute hier wieder. Dabei pfiff ein ordentlich kalter Wind. Merkwürdig ist das. (Falls jemand den Sonntag in meiner Aufzählung vermisst, ich habe ihn durchaus nicht vergessen. Ich weiß nur nicht mehr, ob ich da nacktbeinige jüngere Herren gesehen habe. Vermutlich habe ich nicht so sehr darauf geachtet, war ich doch zu sehr damit beschäftigt, mit dem Bus durch London zu eiern, und dann noch ein bisschen zwischen Brighton und Portslade hin und her zu fahren).

Ich komme mir übrigens sehr clever vor, weil ich die Fahrkarte nach Bristol schon heute gekauft habe. Dadurch habe ich die Hälfte gespart, weil man nämlich in UK auch noch einen Tag vor der Abfahrt so ein Ticket zum Sonderpreis erwerben kann. Überhaupt die Züge, die sind sehr komfortabel. Ja. Dafür ist bis jetzt jede Internet-Verbindung ein Grauen. Hier im Hostel gibt’s ja W-Lan. Aber als ich gestern ein paar Bilder bei Facebook raufladen wollte, ging das gar nicht. Also nicht nur die Internetverbindung ist slowly, sondern auch Facebook works nicht in Engeland.

Fotos gibts, wenn man aufs Bild klickt

Galerie
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4 Kommentare leave one →
  1. Juni 27, 2015 10:05 am

    Wo sind sie, die bunten Strandhäuschen? Wo die Bilder von fettigem Essen? 😉
    (Und warum habe ich das damals noch nicht gelesen?)

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