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Kein Foto vom Tower

Dezember 2, 2010

oder Essen auf Englisch und Britisches Freizeitvergnügen

Beitrag vom 19.11.2010

Ich dachte mir, ich nehm den Bus zum Trafalgar Square, statt der U Bahn. Da sehe ich mehr. Die Fahrt hat eine Stunde gedauert. So schön war das London, durch das der Bus gefahren auch nicht und am Trafalgar Square musste ich mich sputen, zum Buckingham Palace zu kommen, wollte ich doch die Wachablösung nicht verpassen.  Hätte ich mal meine Uhr umgestellt. Vielleicht wäre ich dann nicht unbedingt durcheinander gekommen. Zwei Stunden hab ich, zwischen andere Touris gequetscht, dagestanden und versucht, durch den Zaun zu fotografieren. Gesehen hab ich nur die Hälfte. Der ganze Hokuspokus wurde schon ernsthafter betrieben als seinerzeit in Riga. Mit Einmarsch von links und Einmarsch von rechts, mit Musikkapelle und Berittene waren auch da. Ein schönes Spektakel, dass den Touris geboten wird. Zwischenzeitlich fand ich es aber auch lächerlich. Für die Touristen ist das ja ein nettes Spektakel, aber wenn man bedenkt, dass denen das ernst ist, den Britten meine ich…

Fotografiert habe ich trotzdem haufenweise.

Dann hab ich mit der eigentlich „Ich sehe mir London an“ Tour begonnen. Vorm  Clarence House, da wohnt Prince Charles, hatten sich ein Haufen Paparazzis versammelt, die aufgeregt in jedes Auto fotografierten. Das Haus selber war abgesperrt.

Am Trafalgar Square habe ich mir dann ordentlich Zeit gelassen, Downing Street Nr 10 ist auch abgesperrt und an der Horse Guard Parade standen wieder ein Haufen bunt uniformierter Reiter und Fußvolk rum.

Westminster Abbey hat mich nicht so sehr beeindruckt, dafür das House of Parliament. Und die kleine St Margeret Chapel neben Westminster.

Gegenüber des House of Parliament zelteten Kriegsgegner, die sahen aus wie früher die Vietnam Veteranen, hatten wohl aber im Irak und in Afghanistan gedient. Gut, dass sich auch in UK Widerstand regt.

London Eye habe ich auch gesehen, mehr durch Zufall, als ich zum Entspannen an der Themse lang gewackelt bin.

Mit der U Bahn ging’s dann weiter zum Tower Hill. Da habe ich noch genau ein Foto gemacht, und zwar nicht vom Tower, dann war der Akku alle. So ist das eben, wenn man zwar eigentlich gegen das Militär ist, dann aber doch den bunten Uniformen verfällt und Hunderte Fotos von gedrillten Bärenmützenträgern macht.

Und was macht der Mensch, der die Welt nur noch durch seinen Fotoapparat sieht? Er ist verwirrt. Enttäuscht. Denkt, dass er umsonst da ist. Was ist eine Schönheit wert, fragt er sich, wenn er sie nicht auf die Speicherkarte bannen kann? Er denkt also angestrengt nach, wie Versäumtes aufzuholen ist, verfällt dabei in immer gemächlicheren Schritte (schließlich  muss er nicht mehr zu immer schöneren Blickwinkeln hasten), umrundet schließlich gemächlich den Tower, verfällt an der Towerbridge noch mal kurz dem Verlustschmerz/ der Enttäuschung und findet sich plötzlich, so gar nicht an die Suche nach dem besten Fotoblickwinkel gebunden, in den Katherinendocks wieder. Genießt die Ruhe. Genießt!!!

Zu Hause bei Melanie bleibt mir nur wenig Zeit zum Entspannen. Zwar hab ich mich mit Lebensmitteln eingedeckt, aber meine Gastgeberin ist wild entschlossen, mir die Köstlichkeiten Englischer Küche zu offenbaren. Was heißt hier die Köstlichkeiten. Die Köstlichkeit! Ich werde zu Fish’n Chips gezwungen. Mir stößt jetzt beim Schreiben noch das Fett auf. Es geht also über die Straße, zwei heftig deftig fette Portionen werden geordert und zu Hause auf dem Sofa gegessen. Aus dem fett’schen Papier. Schmeckt gar nicht so schlecht. Jedenfalls bis zur Hälfte. Dann wird das mit dem Fett zu viel, am letzten Viertel habe ich arg gekämpft und schließlich aufgegeben.

Zum Verdauen blieb mir nicht viel Zeit, da ging es schon ab zu Steve. Steve hat eine Wee. Kennen wir ja schon von Douglas aus Schottland. Steve hat aber nicht nur eine Gitarre. Nein! Steve hat auch das Schlagzeug! Zwei Stunden haben Mel und Steve nun also Schlagzeug und Gitarre gespielt. Also nicht in echt. Wee eben. Und das zumindest Steve das vermutlich täglich macht, war nicht zu übersehen. Ich war das Publikum. Naja, zur Ehrenrettung der Briten muss ich schon sagen, dass wir uns vor dem „Konzert“ noch eine Stunde unterhalten haben. Über Schnee in England und so.

Aufs Bild klicken, Fotos gucken

Von England/Wales November 2010
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5 Kommentare leave one →
  1. September 17, 2013 11:16 am

    Danke für den Hinweis 😉
    Damals kannte ich deinen Blog noch nicht. Heute würde dir so etwas sicherlich nicht mehr passieren.
    btw: wo sind denn die anderen schönen Fotos von London?

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