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AHB 2 – Besucher- und Wanderstress

Mai 11, 2010

Gleich am ersten Samstag hatte ich „Besucherstress“.  An dem Tag sollte ursprünglich meine Geburtstagsfète steigen – mit so vielen Freunden, wie es nur geht und allen meinen Cousinen und Cousins. Noch während ich im Krankenhaus lag, hatte das kleine Kind alles absagen müssen. (Das große war ja in Sri Lanka, so dass die ganze Aufregung an der „Kleinen“ hängen blieb.)

Stattdessen feierte ich acht Tage vorher am Krankenbett. Von Mittag bis in die Nacht hinein war ständig jemand da. Manchmal saßen bis zu 12 Leuten um mich herum. Sie hatten den großen Esstisch einfach in die Wohnstube gestellt, wo ich auf dem Sofa streng meine Bettruhe einhielt. Eine seltsame Perspektive hat man da. Eigentlich sieht man nix… nur ab und zu einen Kopf. Als ein Freund kam, hat er sich so über die vielen Leute erschrocken, dass er nach 1 Stunde wieder ging. Das war die merkwürdigste Geburtstagsfeier, die ich je hatte, aber auch eine der lustigsten. Auf jeden Fall die stressfreieste, denn ich musste mich um nix kümmern, weil ich ja liegen  musste.

Zwei meiner Cousinen hatten für das Wochenende der Geburtstagsparty ihre Kinder verkauft und die Fahrt nach Leipzig fest eingeplant. Da die Feier ausfiel, kamen sie einfach nach Bad Schandau. Und weil sie in unserer Hütte in Rathen wohnten, kamen meine Töchter auch. Vorher aber waren noch drei Freunde da. Die wollten einen Besuch bei mir mit einer Elbradtour verbinden. Mir war das alles fast ein bissl zuviel und ich versuchte, die Freunde auf den Sonntag umzulegen. Schließlich kamen meine Cousinen aus irgendwo bei Mannheim und wir hatten uns so an die 10 Jahre nicht gesehen. Wollten meine Freunde aber nicht. Also habe ich Freitag Nachmittag schon mal laufen geübt: Eine kleine Runde durch den Kurpark. Danach war mir schlecht. Und als mir grad ganz schlecht war kam ein Kletterkumpel aus Pirna. Das war ein bißchen schlecht getimet. Zumal ich dachte, eine Schwester klopfe… so empfing ich den Kumpel in Kompressionsstrümpfen und Unterwäsche… Er ist dann trotzdem noch mit mir Kaffee trinken gegangen (also ich hatte ja Kamillentee). Ob wir noch Freunde sind, weiß ich allerdings nicht –  wir haben uns seitdem noch nicht wiedergesehen *grins*

Nachdem dann am Samstagnachmittag die Radfahrer da waren, hatte ich zwei Stunden Zeit, mich (liegend) zu erholen, bevor meine Cousinen und meine Töchter kamen.  Es ist schon ein unangenehmes Gefühl, so behindert zu sein. Außerdem nehme ich seit ich krank bin, also seit Januar, ungebremst zu. Und obwohl ich hier in der Klinik ziemlich lange Wege zurücklegen muss und wirklich genug Gymnastik mache, wird es irgendwie nicht besser. Da hilft nur eines: schnell wieder „laufen lernen“.

Es gibt da so eine Karte „Terrainkur in Bad Schandau“. Mit einer orthopädischen Rehaklinik im Nacken sollten das doch einfache Wege sein. Als mich am zweiten Wochenende meine Eltern besuchen, probieren wir gleich einen aus. In der zurückliegenden Woche habe ich schon ein bißchen geübt… im Kurpark und in Bad Schandau. Und am Samstag bin ich mit meinen Töchtern und einer Freundin 79 Treppen hochgestiegen, den Waldweg hinter der Klinik langgetippelt und dann wieder runter. Mit meinen Eltern laufe ich dann „TK2“. Du liebe Güte! Es geht treppauf und treppab, dazwischen über Wurzelwege. Für die 2,8 km brauchen wir fast 2 Stunden!!! und unterwegs bin ich mir nicht sicher, ob ich meine Mutter oder mein Vater mich retten muß. Irgendwie sind die Kurwege wohl doch nicht für Krüppel geeignet.

Trotzdem „übe“ ich die ganze folgende Woche weiter, nachmittags, zwischen der letzten Behandlung und dem Abendbrot. Sehen darf mich dabei keiner. Ich komme mir ziemlich behindert vor.

Und dann, als ich am 3. Wochenende schon wieder Besuch habe, mute ich mir sonntags ein 5 1/2-stündige Wanderung zu. Eine sehr schöne, über Falkenstein und Hohe Liebe. Danach brauche ich allerdings zwei Tage, um mich zu erholen. War wohl zu weit, zu viel und ich lerne ein weiteres Mal: Geduld.

Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg.

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